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Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, CABARET – John Kander, Fred Ebb, IOCO Kritik, 29.03.2022

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Ingrid Freiberg
29. March 2022
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Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold
Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

CABARET – Musical von John Kander, Fred Ebb

– Ein brisantes Thema wird zum Welterfolg –

 

von Ingrid Freiberg

Der Musical-Klassiker, Buch von Joe Masteroff nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten und einer Erzählung von Christopher Isherwood, Musik von John Kander, Gesangstexte von Fred Ebb, der seine Uraufführung 1966 am New Yorker Broadway erlebte und dort bis 1969 lief. 1967 erhielt es den Tony Award für das beste Musical, den besten Komponisten und Songschreiber, den besten Nebendarsteller, die beste Nebendarstellerin, das beste Bühnendesign, das beste Kostümdesign, die beste Choreografie und die beste Regie. 1972 bekam Liza Minelli in der Rolle der Sally Bowles in dem berühmten Hollywoodfilm einen Oscar. Nie zuvor hat ein Musical, das die politische Weltlage zu Beginn einer seiner dunkelsten Epochen beschreibt, derartiges Aufsehen erregt. Nicht nur in Deutschland mit dem Beginn des Antisemitismus, auch in Amerika waren Rassendiskriminierungen an der Tagesordnung. Der Komponist John Kander erzählt, wie Harold Prince, Regisseur und Produzent des Musicals, dem Team am ersten Probentag einen Zeitungsausschnitt vom Life Magazine zeigte, auf dem ein schwarzes Paar vor einem Chicagoer Mietshaus zu sehen war, das von einer weißen Menge umstellt und verhöhnt wird. Und so markiert die Entstehungsgeschichte von Cabaret einen der ungewöhnlichsten Erfolge in der Geschichte des Musicals überhaupt. Unbegründet machte sich der „Cabaret“-Buchautor Joe Masteroff Sorgen, wie einige seiner Kollegen auch, ob das Stück wegen seines brisanten Stoffes nicht ein Flop würde, zumal Sally am Ende auch noch ihr Kind abtreiben lässt.

CABARET – Trailer des Staatstheater Wiesbaden
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Bedrohlicher Niedergang

Die Handlung beginnt an Silvester 1929, kurz nach dem Börsen-Crash im Oktober und der daraus resultierenden Weltwirtschaftskrise. Die Weimarer Republik befindet sich bereits im Niedergang und rechte Populisten greifen nach der Macht. Diese historische Ebene liefert die Folie für eine doppelte Liebesgeschichte, deren Protagonisten von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, da sie am Ende einsehen müssen, dass sie sich etwas vorgemacht haben: Jede Figur hält an dem fest, was sie kennt, ohne den Schritt hin zu etwas neuem zu wagen. Bereits auf seiner Bahnfahrt nach Berlin lernt der amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw den von der neuen politischen Ausrichtung überzeugten Deutschen Ernst Ludwig kennen. An der Grenze gelingt es Ludwig, seinen mit Devisen gefüllten Koffer zu dem bereits kontrollierten Gepäck von Bradshaw zu stellen. Diesem gesteht er, professionell zu schmuggeln, und als er hört, dass sein Mitreisender noch keine Unterkunft in Berlin hat, gibt er ihm die Adresse der Privatpension von Fräulein Schneider. Ludwig schlägt auch einen Besuch im Kit-Kat-Klub vor, ein Cabaret, wo man für Stunden mit grell-aufreizenden Darbietungen und halbseidenen Vergnügungen zu verdrängen sucht, was sich in Deutschland politisch zusammenbraut. Dort ist die US-Sängerin Sally Bowles der gefeierte Star. Ungeniert sucht sie ihren Weg nach oben und träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Von vielen Männern verehrt und umworben, knüpft sie am Silvesterabend ausgerechnet mit dem zurückhaltenden bisexuellen Schriftsteller Clifford Bradshaw eine enge Bindung an. Zusammen scheint eine glückliche Zukunft möglich: „Perfectly Marvellous“. Sie verlieben sich ineinander. Wären da nicht die dunklen Vorzeichen, könnten sie glücklich werden. „Willkommen! Bienvenue! Welcome! Im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, so begrüßt in Wiesbaden eine Conférencieuse allabendlich ihre Gäste. Während die Nationalsozialisten immer mehr Einfluss und politische Macht erlangen, lenkt sich ein von Lebensgier erfülltes Publikum vom tristen Alltag ab. Es ist ein Ort für Sehnsüchte aller Art, wo man die Utopie der erotischen und politischen Freiheit für einen Augenblick leben kann. Allabendlich werden erotische Nummernkabaretts veranstaltet, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Doch die Zeiten in Deutschlands Hauptstadt werden zunehmend unsicherer und auch das Leben im Rampenlicht hat seinen Preis. Erschreckend, im Klub singen die Kellner eine Hymne auf das Vaterland mit eindeutigem Nazi-Einschlag: „Der morgige Tag ist mein…“.

Life is a Cabaret

In Cliffords Zimmer quartiert sich Sally ein, ihre Kleider sind im ganzen Zimmer verstreut, die beiden leben in einer Traumwelt. Nach einer Weile eröffnet Sally ihm, dass sie ein Baby erwartet. Weil er nun Geld verdienen muss, nimmt Clifford den von Ludwig angebotenen Job an und schmuggelt Devisen für ihn. Auch im Kit-Kat-Klub ist Geld ein Thema, die Conférencieuse singt „The Money Song“. Der stolze Gemüsehändler Herr Schultz hat sich in Fräulein Schneider verliebt und will sie heiraten – „Married“. Auf der Verlobungsfeier erscheint auch Ernst Ludwig mit einer Hakenkreuz-Fahne. Weil Herr Schultz etwas zu viel Schnaps getrunken hat, lässt er sich zu einem Lied hinreißen, das ihn als Juden zu erkennen gibt: „Miesnick…“. Danach legt Ludwig Fräulein Schneider nahe, ihre Verlobung mit einem Juden noch einmal zu überdenken.

Die Kit-Kat-Band und die Tänzer:innen geben eine große Tanznummer, die mit einer Fanfare beginnt und in einem Stechschritt-Marsch endet. Da fliegt der erste Stein durchs Fenster. Die Conférencieuse, deren Präsentationen faszinierend und abstoßend zugleich wirken, stellt liebevoll ihr Mädchen, einen Gorilla, vor „If You Could See Her Through My Eyes“. Von den sich zuspitzenden Ereignissen entsetzt drängt Cliff Sally, mit ihm nach Amerika zu gehen. Doch diese träumt weiter von einer großen Karriere. Nach einer Auseinandersetzung im Club wird Cliff von Ludwigs Nazi-Freunden zusammengeschlagen. In ihrer großen Gesangsnummer breitet Sally ihre Lebensphilosophie aus. „Cabaret“, das Leben ist ein Cabaret, das Cabaret ist ihre Welt. Als sie in das gemeinschaftliche Zimmer zurückkehren, bemerkt Clifford dass sie keinen Pelzmantel mehr trägt. Sie gesteht, ihn verkauft zu haben, um beseitigen zu lassen, was ihrer Karriere im Wege steht: ihr Kind. Er ohrfeigt sie, legt eine Bahnkarte auf den Tisch und geht. Es ist ein Scheitern im großen wie im kleinen. Bei seiner Rückfahrt mit dem Zug hört Clifford Geisterstimmen von Sally, Fräulein Schneider, Herrn Schultz und all den anderen…

CABARET »Die Sehnsucht nach einem schönen Leben« – Elissa Huber ist Sally Bowles 
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Tanz am Rande des Vulkans

Künstlerisch brachten die 20er und 30er des letzten Jahrhunderts eine enorme Vielfalt hervor, einen krassen Gegensatz von hemmungsloser Dekadenz und bitterster Armut. Und genau in diesem Kontext bewegt sich die eng an den Stoff orientierte Inszenierung des Regieteams Tom Gerber und Iris Limbarth. Diese Zusammenarbeit, die krankheitsbedingt von Gerber alleine zu Ende geführt wurde, profitiert entscheidend von den künstlerischen Schwerpunkten der beiden: Limbarth arbeitet überwiegend als Regisseurin für Musiktheater und Musical, Gerber als Schauspieler, Regisseur und Coach. Das kommt diesem hochpolitischen Musical mehr als zugute. Die Menschen tanzen am Rande des Vulkans, blicken tief in den Abgrund, ihr Leben bewegt sich zwischen schmuddeligen Pensionszimmern am Berliner Nollendorfplatz und dem nächtlichen Glamour im Cabaret, bis die faschistischen Vorzeichen nicht mehr zu übersehen sind. Die beiden Liebespaare, Sally und Clifford, Fräulein Schneider und Herr Schultz, geraten rettungslos in den Sog der sich ankündigenden Machthaber. Voraussehbar, dass es zu keinem glücklichen Ausgang kommt. Sehr sensibel wird die Romanze des älteren Paares von Evelyn M. Faber Fräulein Schneider und Gottfried Herbe Herr Schultz erzählt. Ihr schauspielerisches Feingefühl beschreibt eindringlich die Tragik dieser Zeit. Im Schlussbild wird dieses Unwohlsein durch das Donnern der Züge verstärkt… in welche Zukunft wird Bradshaw fahren und wie wird sich Deutschland verändern? Dem Regieteam ist es gelungen, das Publikum nicht nur zu begeistern, sondern auch nachdenklich zurückzulassen… Großartig unterstützt das Bühnenbild von Bettina Neuhaus die Ereignisse. Die Drehbühne mit großen konisch zulaufenden schwarzen Rahmen, teils von Glühbirnen beleuchtet, zeigt zwei Seiten des Lebens: den schrillen Kat-Kat-Klub mit seiner Showtreppe, die ärmlichen Zimmer von Bradshaw und Fräulein Schneider, den Gemüseladen von Herrn Schultz und ermöglicht schnelle eindrucksvolle Szenenwechsel. Die Lebensreisen, das zwanghaft Unterwegssein, werden hervorragend aufgezeigt. Die Kostüme von Heike Korn beschreiben die Charaktere überzeugend: Der zurückhaltende Bradshaw in einem unauffälligen beigen Anzug, etwas ältlich wirken Fräulein Schneider und Herr Schultz, dagegen brilliert Sally mit umwerfenden Bühnenoutfits, ihre schönen Beine betonend und mit einem traumhaften Pelzmantel. Die Showgirls mit Pailletten und Strapsen und die Tänzer frivol mit knappen Höschen, Lack und Leder sind Synonyme für Dekadenz und Frivolität. Die Kostüme unterstreichen bestechend die Charaktere. Auch die ausgefallene Choreografie von Myriam Lifka trägt maßgeblich zu diesem gelungenen Abend bei. Sie nutzt gekonnt die Möglichkeiten der Showtreppe sowie die der Drehbühne, inszeniert die Shownummern mit Witz und Kreativität. Ihre Umsetzung des genialen Musicals ist Broadway-Feeling voll Schmiss und Ironie, Tanzen mit Sexappeal, aber auch mit Händen, die Hakenkreuze zur Schau tragen.

Hoffnungen und Träume, bittersüßer Abschiedsgesang

„Willkommen, Bienvenue, Welcome…“ Mit dieser dreisprachigen Begrüßung lockt die Conférencieuse Charlotte Katzer die Zuschauer in den Trubel ihres berüchtigten Etablissements, wo die Gäste gegen den sorgenvollen Alltag feiern, trinken und tanzen. Sie präsentiert Showgirls und Tänzer, die sich zu Beginn vor geschlossenem Vorhang auf der Bühne räkeln, um sich für den Auftritt warmzumachen. Bestechend, mit einem diabolischen Lächeln, aber auch mit sanften Zwischentönen, entführt Katzer in eine vergnügungssüchtige Unterwelt „And Now We Send In The Cabaret Girls, Each And Everyone A Virgin…”, in eine Show, die immer weitergehen muss, komme, was da wolle. Eindrucksvoll, das Duett mit Sally “Money Makes The World Go Around”, sie tanzt mit ihrer Affendame „If You Could See Her Through My Eyes“ und propagiert die anrüchige “Two For One”-Nummer, die die Liebe zu dritt mit zwei drallen Girls beschreibt. Als himmelhoch jauchzende und zu Tode betrübte Cabaret-Sängerin im Berlin der Weimarer Republik ist die Sopranistin Elissa Huber als Sally Bowles ein Glücksgriff… Von Beginn an lässt sie die Befürchtung vergessen, dass sie es nicht vermag, Liza Minelli aus dem Ohr zu verjagen. Huber betritt die Bühne und nimmt sofort alle für sich ein. Es gelingt ihr phantastisch, mit Gesang, Tanz und emotional vorgetragenen Dialogen, die bewusst als Kommentar zur Geschichte gedacht sind, das Publikum zu beglücken. Mit „Maybe This Time“ bringt sie Hoffnungen und Träume, die sie auf ihren Geliebten projiziert, zum Ausdruck. „Life is a Cabaret, old chum…” ist Sallys bittersüßer Abschiedsgesang, vor einem Publikum, das sich deutlich verändert hat, selbst verschuldet, selbst gewollt. Stimmgewaltig kommentiert sie das Geschehen von der Bühne aus. Hierzu zählt auch der Song „Mein Herr“, er bringt all ihre Qual zum Ausdruck. Ich wiederhole mich gerne, Elissa Huber ist ein Glücksgriff!!!

Zukunft mit Krieg und Entbehrungen

„Alle haben diese krankhafte Sucht, sich zu amüsieren“, stellt der junge mittellose Schriftsteller Clifford Bradshaw Julian Culeman fest. Und er amüsiert sich auch zunächst… Entgegen seines kultivierten Naturells küsst er Sally bereits am ersten Abend und schwelgt mit ihr gemeinsam in den plötzlich aufkeimenden Gefühlen. Zart und dennoch imponierend gewinnt Culeman mit „Why Should I Wake Up“. Mit seinem schlussfolgernden, logischen Verstand ist er ein Gegenpart zur quirligen Sally, was das Paar letztendlich auch entzweit. Julian Culeman gelingt es, auf eine sehr geschmackvolle Weise seine Opernstimme musikalisch in die Waagschale zu werfen, ohne auf plakative Opernhaftigkeit zu setzen, und das ist überaus erfrischend. Als alterndes Fräulein, das versucht, sich an eine Zukunft mit Krieg und Entbehrungen anzupassen, ist Evelyn M. Faber als Fräulein Schneider zu hören. Ihr Auftrittslied zeigt die Lebensphilosophie einer abgeklärten und lebensmüden Wirtin und kann zugleich auch als Selbstbeschreibung einer Mitläuferin verstanden werden kann „For the sun will rise and the moon will set and you learn how to settle for what you get, it will all go on, if we’re here or not – so who cares? So what?“ Ihre späte Liebe zu Herrn Schultz ist bewegend “It couldn’t please me more”, aber nicht dauerhaft, nicht mutig genug, der Alltagsrealismus gewinnt die Überhand. Fabers Sprechstimmführung erinnert an Lotte Lenya, einer Brecht-Heroine, ohne Hoffnung, sich den Gegebenheiten unterordnend. Ihre subtile Körpersprache gehört ebenso zu ihr wie ihre ausdrucksvolle Stimme, die anrührenden Rezitative bewegen. Mit exotischen Früchten, ein großer Luxus in dieser Zeit, macht ihr der Obsthändler Herr Schultz Gottfried Herbe auf bezaubernde Weise den Hof. Während der Verlobungsfeier gerät er als Jude unbarmherzig in den rechtsradikalen Strudel. Nach vergeblichen Bitten an seine Herzallerliebste, sich nicht von ihm abzuwenden „Married“ (Reprise)“, verabschiedet er sich von ihr, nimmt mit gebrochenen Herzen seinen Koffer und verlässt die Pension. Der zwielichtige Ernst Ludwig, ein junger NSDAP-Genosse, einprägsam gespielt von Harald Höbinger ist machtbesessen, manipulierend und besessen. Scheinbar zugewandt und hilfsbereit führt sein Verhalten das Ende von zwei Liebesbeziehungen herbei. Gefährlich zieht er die Strippen des Geschehens. Das lebenslustige Fräulein Kost Felicitas Geipel, Mitbewohnerin in der Pension, ertappt Herrn Schultz beim Verlassen des Zimmers von Fräulein Schneider, für sie Grund genug, ihre als verwerflich angesehenen häufigen Männerbesuche als kecke Nervensäge weiterhin locker auszuleben. Ihre jugendliche Natürlichkeit beeindruckt.

Ausgesprochen hohes musikalisches Niveau

Der Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Die Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der Cabaret Chor, die Kit Kat Band, alle Sänger:innen und Darsteller:innen spielen auf derart hohem Niveau, dass eine zusammenfassende Aufzählung ihnen hoffentlich annähernd gerecht wird: Chansonsängerin Silvia Willecke, Dance Captain Jasper H. Hanebuth, Bandleader Frank Bangert, Bobby / Two Ladies Timo Stacey, Victor / Two Ladies Felipe Ramos, Herrmann / Zollbeamter Jasper H. Hanebuth, Hans Julian Bender, Otto Thaddäus M. Jungmann, Rudi / Gorilla Rouven Pabst, Max, Clubbesitzer Thomas Braun. Hervorzuheben ist das vom Chor geschmetterte „Vaterlandslied“, mit dem er vor der Pause erschüttert und das Publikum nachdenklich zurücklässt.

Levi Hammer, Musikalische Leitung, entschied sich für die populäre, reduzierte Band-Fassung von Chris Walker (FLEXBO Combo). Die Grundlage dieser Broadway-Orchestrierung ist eine Standard-Rhythmusgruppe: Bass, Klavier und Schlagzeug. Der Rest des Orchesters, die „melodischen” Instrumente – Holzbläser, Blechbläser und Streicher – sorgen für Reichtum, Tiefe und Klangfarbe. Die vier Flexbo-Teile enthalten die wesentlichen musikalischen Linien, die von den Instrumenten in einer vollständigen Broadway-Orchestrierung bereitgestellt werden. Die Anzahl der Musiker kann zwischen neun bis fünfundzwanzig betragen. In Wiesbaden sind es eine Dame und zehn Herren. Als hervorragender Pianist dirigiert Hammer vom Klavier aus die Kit-Kat-Band. Die vom Ragtime, Swing und frühen Jazz inspirierte Musik Kanders sowie die durch Masteroff eingefügten revueartigen Nummern im Kit-Kat-Club, die die Handlung einrahmen, bilden eine Reminiszenz an die Musicals der 1920er Jahre. Auch optisch, mit schwarzer Melone und roten Hosenträgern erinnern die Musiker an diese Zeit. Die Band präsentiert sich in geschliffener energiegeladener Bestform, mit grandiosen Klangmischungen und schmissigem Drive.

Minutenlanger Applaus… und zum Abschluss noch einmal eine Showeinlage. Das macht Lust, wieder auszugehen und der beklagenswerten, bedrückenden Zeit zu entfliehen, aber auch, sich damit auseinanderzusetzen. Wiesbaden lockt ins Theater!

CABARET am Staatstheater Wiesbaden; die nächsten Termine 9.4.; 24.4.; 16.6.; 24.6.; 22.7.2022

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—


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