IOCO
IOCO

AMBROISE THOMAS OPERA MIGNON

Ambroise Thomas

Mignon

Michel Carré und Jules Barbier nach Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre

Bemerkung

Oper in 3 Akten

Ort Zeit

Deutschland und Italien, ca. 1790. Uraufführung am 17.11.1866 in Paris

Personen

Wilhelm Meister, Student (Tenor), Mignon (Sopran oder Mezzosopran), Philine, Schauspielerin (Sopran), Laerte, Schauspieler (Tenor), Frédéric (Tenor oder Alt), Lothario (Baß), Jarno, ein Zigeuner (Baß), andere Zigeuner, Komödianten, Schauspieler, Hofleute, Diener, Bauern und Bäuerinnen, Volk

Handlung

1. Akt. In einer deutschen Kleinstadt. Es ist Sonntag und viele Bürger der Stadt haben sich zu einem Spaziergang auf dem Marktplatz versammelt. Unter den Leuten ist auch der Harfner Lothario, der sein Gedächtnis verloren hat, und die Schauspieler Philine und Laerte, die nach einem Engagement suchen, zu finden. Eine Gruppe von Zigeunern amüsiert die Menge mit ihren Tänzen. Als der Anführer Jarno ein kleines Mädchen brutal zum Tanzen zwingen möchte, kann sich Wilhelm Meister, ein Student auf Bildungsreise, nicht mehr zurückhalten. Er geht dazwischen und kauft ihm das Mädchen ab. Das Mädchen mit dem Namen Mignon, wurde in Italien als Kind geraubt und weiterverkauft. Durch Wilhelm Meister erlangt es die Freiheit. Auf diesem Marktplatz lernt Wilhelm Meister auch die Schauspieler Philine und Laerte kennen, die einst einer Schauspielertruppe angehörten, jetzt aber auf eigene Faust ihr Glück versuchen.

Die freizügige und offene Art Philines fasziniert Wilhelm Meister, er verliebt sich in die Frau. Mignon erzählt Wilhelm Meister von ihrer Sehnsucht nach ihrer Heimat. Da sie nicht weiß wohin mit sich, ist sie aber bereit dem Studenten als Diener verkleidet zu folgen. Dieser folgt in seinem Liebeseifer aber Philine, die mit ihrem Schauspielkollegen in einem nahegelegenen Schloss Aussicht auf ein Engagement hat. Frédéric der selbst in Philine verliebt ist, folgt der Truppe von Eifersucht geplagt.

2. Akt. Im Schloss des Barons Rosenberg. Hier haben die beiden Schauspieler Philine und Laerte ein Engagement gefunden. Zwischen Philine und dem verliebten Wilhelm Meister entwickelt sich ein Liebesabenteuer. Mignon die von der Liebschaft erfährt, überkommt die Trauer, während Frédéric vor Eifersucht kocht. Als Frédéric nicht mehr an sich halten kann, fordert er Wilhelm Meister zum Duell auf. Mignon die dies mitbekommt, wirft sich schützend vor ihrem Geliebten. Da wird es Wilhelm erst bewusst, dass Mignon ihn liebt. Er droht ihr mit der Trennung. Die zutiefst gedemütigte Mignon läuft daraufhin in den Schlossgarten und irrt umher, da sie nicht weiß, wie es weitergehen soll. Hier trifft sie auf Lothario, ebenfalls unglücklich über seinen Zustand.

Mignon und Lothario schütten sich gegenseitig ihr Herz aus. Mignon die den Beifall für Philine hört, spricht ihren Wunsch aus, Philine möge in Schutt und Asche untergehen. Daraufhin macht sich Lothario auf, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Wilhelm Meister, voller Reue wegen seinem Verhalten gegenüber Mignon, ist auf der Suche nach dem Mädchen. Doch Mignon wurde von Philine herbeibestellt, sie möge einen Blumenstrauß aus dem Schloss für sie holen. Als Mignon im Schloss ist, um den gewünschten Strauß zu holen, geht das Schloss in Flammen auf. Es war Lothario, der den Wunsch Mignons missverstand und ein Brand legte. In letzter Sekunde rettet Wilhelm die ohnmächtige Mignon aus dem lichterloh brennenden Schloss.

3. Akt. Wilhelm Meister ist mit der kranken Mignon und Lothario nach Italien gereist und hat dort ein Palast, welches zur Versteigerung ausstand, gekauft. In diesem Palast versuchen Wilhelm und Lothario Mignon wieder gesund zu pflegen. Wilhelm ist sich seiner Liebe zu Mignon nun bewusst, er löst Lothario von seinem Wachposten ab und wartet nun am Bett der armen Mignon. Als diese erwacht, versucht er ihr seine Liebe zu eröffnen, wird jedoch von Philines Stimme unterbrochen.

Lothario kommt herein, diesmal jedoch in prachtvollen Kleidern. Er erklärt Mignon, dass er sein Gedächtnis wiedergefunden habe, und zwar in diesem Schloss. Als er hier im Stammsitz der Familie Cyrpriani ankam, wurde ihm alles wieder bewusst. Er selbst ist Graf Cypriani und Mignon seine kleine Tochter, die ihm geraubt wurde. Als Philine mit Laerte und Frédéric hereinstürzt, wird Mignon die Aussichtslosigkeit ihrer Liebe schmerzlich bewusst. Das kranke Mädchen stribt in den Armen ihres Geliebten. (Ausserhalb deutscher Bühnen wird auch eine weniger tragische Endversion gespielt, in der Mignon und Wilhelm Meister zusammenkommen und ein glückliches Paar werden, während Philine sich ihrer einstigen Liebe Frédéric widmet.)
IOCO
© 2022, Alle Rechte vorbehalten.

Quick Links

KontaktImpressumDatenschutzerklärung

Social Media