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Köln, Oper Köln, Sanierungs-Kosten nun € 674 Mio – noch kein Eröffnungstermin, IOCO Aktuell, 24.01.2023

Viktor Jarosch
24. January 2023
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Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO
Die Oper Köln am Offenbachplatz – seit vielen Jahren saniert © IOCO

Oper Köln

Oper Köln – Sanierung Status 1/2023 – viele Verspreche(r)n

– Direkte Sanierungskosten von €253 Mio auf €674 Mio gestiegen – Sanierungsdauer 12 Jahre –

von Viktor Jarosch

IOCO beobachtet die Sanierung der Oper Köln seit November 2011, als IOCO den damaligen Intendanten, Uwe Eric Laufenberg, interviewte, Details siehe unten. Laufenberg sah 2011 die Kosten der Sanierung bei €253 Mio und die Eröffnung der sanierten Oper Köln für 2015 als sicher an. Diese und weitere damalige Feststellungen zur Sanierung der Oper Köln,  siehe mehr unten.

Intendant Uwe Eric Laufenberg wurde im Sommer 2012 entlassen; seither begleiten zahlreiche aktualisierte Prognosen die Sanierung der Oper Köln. Laufenbergs aus IOCO-Sicht erfolgreiche Nachfolgerin Birgit Meyer wurde zum 1.9.2022 durch den ex-Aalto-Theater, Essen Intendant Hein Mulders ersetzt, link HIER!

OPER KÖLN – Sanierungsstatus Januar 2023 

Eröffnungstermin für Publikum immer noch nicht benannt – Kosten €674 Mio

In der folgenden Erklärung vom 17.1.2023 gab das Kölner Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einen aktualisierten Termin zur Schlüsselübergabe und den direkten Sanierungskosten der Oper Köln bekannt. Indirekte Zusatzkosten für die Anmietung alternativer Spielstätten in 12 Jahren blieben ungenannt. Ein offizieller Wieder-Eröffnungstermin für Vorstellungen, Besucher wurde dabei nicht genannt.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus haben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Technische Betriebsleiter der Bühnen, Bernd Streitberger, einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Bühnenbaustelle gegeben. Hintergrund sind die seit März 2022 zu beobachtenden Kostensteigerungen des Projekts, die das Bau-Team um den Technischen Betriebsleiter zu einer erneuten, vertieften Analyse des Budgets veranlasst haben. Dabei wurde mit den Objektüberwachungen und den Firmen auch der Terminplan überprüft. Ergebnis ist, dass der 22. März 2024 als Termin der Schlüsselübergabe bestätigt wurde. Oberbürgermeisterin Henriette Reker:Der Termin zur Schlüsselübergabe bleibt laut aktueller Prognose der 22. März 2024, wir müssen hier und heute nicht über eine Verlängerung der Bauzeit sprechen. Das ist aus meiner Sicht eine gute Nachricht. Und es zeigt, dass sich trotz aller Risiken, die eine komplexe Großbaustelle mit sich bringt, auf der Baustelle am Offenbachplatz Dinge verändert haben.“

Ergebnis der neuen Kostenprognose ist, dass die Baukosten gerundet auf 665 Millionen Euro beziehungsweise 674 Millionen Euro (inklusive Risikokosten) steigen.
Bei der ursprünglich mit 253 Millionen Euro veranschlagten Bühnensanierung waren seit 2012 mehrfach Budgetanpassungen notwendig. Zuletzt hat der Rat der Stadt Köln im September 2021 das Projektbudget einschließlich eines kumulierten Risikos auf 642,7 Millionen Euro brutto angehoben.

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Im November 2011, vor über 10 Jahren, interviewte IOCO (Viktor Jarosch)  Uwe Eric Laufenberg, damaliger Intendant zum Stand der Oper Köln, vollständiges Interview HIER

Uwe Eric Laufenberg, damals, 2011, Intendant Oper Köln © IOCO
Uwe Eric Laufenberg, damals, 2011, Intendant Oper Köln © IOCO

IOCO (2011):  Die Presse berichtet viel über die Oper Köln. Leider konkurrieren in den Überschriften künstlerische Erfolge (wie Mozarts  La Clemenza di Tito(IOCO Kritik HIER!) auffällig laut mit  profanen Sanierungs- und Etatverwerfungen.  Wie sehen Sie Ihr heutiges Arbeitsumfeld in Köln?

Laufenberg: Mit der künstlerischen Arbeit an der Oper Köln bin ich sehr zufrieden. Mein Team ist motiviert und arbeitet sehr professionell, ……..

IOCO:  Die Sanierung von Opernhaus und Schauspielhaus verschlingt €253 Millionen. Die  technischen und logistischen Herausforderungen müssen gigantisch sein. Wird diese Sanierung erfolgreich umgesetzt?

Laufenberg:  Davon bin ich überzeugt. Die Sanierung der beiden Theater (NB: Oper und Schauspiel) stellt für die Stadt Köln und alle Beteiligten ein Mammutprojekt dar. Aber, das Sanierungskonzept steht endlich, nach vielem hin und her. Ich bin optimistisch, daß die Rahmenbedingungen, Fristen und Budget, eingehalten werden. Ein kompetentes Projektteam, geleitet von Andreas Fischer, wurde eingerichtet. Es berichtet mir und anderen Verantwortlichen über den Sanierungsfortschritt 14-tägig.  Deshalb, und wegen weiterer begleitender organisatorischer Maßnahmen, bin zuversichtlich, daß wir am 28. August 2015 (!!!) eine spektakuläre Wiedereröffnung der sanierten Häuser feiern werden………..

Das weitere, vollständige Laufenberg – Interview: link HIER!

Uwe Eric Laufenberg – Foto oben 2012 – noch in Köln – hat sich / wurde dramatisch getäuscht, wurde im August 2012 fristlos entlassen und zugleich erstes Opfer im Sanierungsdebakel um die Oper Köln. Seit 2014 produziert Laufenberg großes Theater am Hessischen Staatstheater Wiesbaden; siehe hier die Kritik von IOCO-Korrespondentin Ingrid Freiberg zur Premiere der Hochzeit des Figaro, link HIER, im September 2020.

Lauffenberg irrte sich gewaltig. Die Sanierung der Oper Köln steht neben der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden und dem Bau der Elbphilharmonie Hamburg für unfassbare Planungsdesaster. In Köln wurde die ursprünglich geplante Fertigstellungstermin von 2015 zu 2024, aus Kosten von €253 Mio wurden €675 Mio.  Zudem bleibt offiziell immer unerwähnt: Die Kosten-Rechnungen der Stadt Köln von enthalten nicht entgangene Einnahmen, verursacht durch die jahrelange Schließung der Oper Köln und hohe Zusatzkosten durch die Anmietung von Ersatzspielstätten.

Laut IOCO-Schätzung liegen die tatsächlichen Gesamtkosten der Sanierung bei €1.000.000 = 1 Milliarde.

Birgit Meyer folgte 2012 Uwe Eric Laufenberg als Intendantin an den vielen Fronten der Oper Köln. Hier die IOCO Kritik zu ihrer mitnehmenden Produktion des Kaiser von Atlantis von Viktor UllmannDer Vertrag von Birgit Meyer lief im August 2022 aus; Hein Mulders, ex-Intendant des Aalto Theater, Essen folgt ihr, link HIER!

Bericht vom 26. Januar 2021:  Im Bericht Dezember 2020 um die Oper Köln legen  Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Technischer Betriebsleiter Streitberger eine aktualisierte Kosten- und Terminprognose vor: Baukosten  – Stand: 31.12.2020 : 618  Millionen Euro; Schlüsselübergabe – Oper und Schauspiel : 1. Quartal 2024.


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