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Tulln, donauBühne, Götterklang trifft Donaugold, IOCO Kritik, 25.09.2021

Marcus Haimerl
25. September 2021
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Tulln / Götterklang trifft Donaugold - hier: T. Weinhappel, L. Baich, M. Güttler, A. Schager, Mag. K. Tanner, Dr. M. Eichtinger © Marcus Haimerl
Tulln / Götterklang trifft Donaugold – hier: T. Weinhappel, L. Baich, M. Güttler, A. Schager, Mag. K. Tanner, Dr. M. Eichtinger © Marcus Haimerl

donauBühne Tulln

Götterklang trifft Donaugold

von Marcus Haimerl

Anfang September fand das lange angekündigte Konzert Götterklang trifft Donaugold auf der Donaubühne Tulln statt.

Viel Prominenz konnte bei dieser Veranstaltung begrüßt werden. Neben Landesrat Dr. Martin Eichtinger und dem Tullner Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk konnte Moderatorin Teresa Vogl auch Verteidigungsministerin Mag. Klaudia Tanner begrüßen, in deren Auftrag Soldaten des österreichischen Bundesheeres die beeindruckenden Kanonensalven aus vier Haubitzen zu Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ouverture solennelle „1812“ op. 49 beisteuerten.

Ebenso beeindruckend wie die Kanonensalven sollte auch die Besetzung werden. Neben Tenor Andreas Schager und seiner Gattin der Stargeigerin Lidia Baich, sollte der niederösterreichische Bass Günther Groissböck vokal ergänzen und Tobias Wögerer am Pult der Nibelungenphilharmonie Österreich stehen. Leider mussten sowohl Dirigent als auch Bass krankheitsbedingt absagen.

Glücklicherweise konnte jedoch in beiden Fällen ein adäquater Ersatz gefunden werden. Das Dirigat übernahm Michael Güttler, der unter anderem an der Wiener Staatsoper schon auf eindrucksvolle Vorstellungen von Mussorgsky bis Wagner zurückblicken kann.

Tulln / Götterklang trifft Donaugold hier Thomas Weinhappel, Lidia Baich, Michael Güttler, Andreas Schager © Michaela Haimerl
Tulln / Götterklang trifft Donaugold hier vorne Thomas Weinhappel, Lidia Baich, Michael Güttler, Andreas Schager © Michaela Haimerl

Für den erkrankten niederösterreichischen Bass Günther Groissböck konnte der ebenfalls aus Niederösterreich stammende Thomas Weinhappel gewonnen werden. Im ersten Teil des Konzerts, der ausschließlich dem Werke Richard Wagners gewidmet war, sang der ehemals lyrische Bariton, der die Corona-Zeit für einen Fachwechsel ins dramatische Fach genutzt hat, den Rheingold-Wotan (Abendlich strahlt der Sonne Auge) und Wotans Abschied von seiner Lieblingstochter Brünnhilde (Leb wohl Du kühnes, herrliches Kind) aus „Die Walküre“ mit mächtiger Stimme und größtmöglicher Wortdeutlichkeit. Thomas Weinhappel verfügt mittlerweile über eine schöne, satte Tiefe. Mit den beiden dargebrachten Ausschnitten in der Partie des Wotan konnte der Bariton nicht nur überzeugen, sondern das Publikum auch entsprechend begeistern.

Mit der Strahlkraft seines kräftigen Tenors sang Andreas Schager neben Siegmunds Winterstürmen aus der „Walküre“ auch das Siegfrieds Schmiedelied, bearbeitete auch gleich höchstselbst den Amboss mit dem Hammer und bewies im zweiten Teil mit zwei russischen Arien auch sein Können im russischen Fach. Begeisterung seitens des Publikums gab es schließlich noch für seine Zugabe des Nessun dorma aus Giacomo Puccinis „Turandot“, das Publikum durfte sich für diese Arie auch gleich im Chorgesang üben.

Lidia Baich beeindruckte auf ihrer Violine (1860 vom französischen Geigenbauer Jean-Baptiste Vuillaume) mit einem Albumblatt Richard Wagners, der instrumentalen Fassung der Briefarie aus Tschaikowskis „Eugen Onegin“, die in jedem Fall zu einem der Highlights des Instrumentalteils des Abends zählte, oder der Meditation aus Jules Massenets „Thais“.

Michael Güttler leitete die Nibelungenphilharmonie Österreich und bewies sein Können sowohl bei Richard Wagner als auch im russischen Fach. Ob Walkürenritt und Feuerzauber („Die Walküre“), der Polonaise aus Eugen Onegin, dem Säbeltanz aus Michael Güttler Ballett „Gajaneh“ oder dem russischen Tanz aus Tschaikowskis „Schwanensee“, immer spornte Michael Güttler das Orchester mit Präzision zu Höchstleistungen an.

Höhepunkt blieb schließlich, wie zu Beginn erwähnt, Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ouverture solennelle „1812“ op. 49, für die das österreichische Bundesheer mit vier Haubitzen die Kanonensalven abfeuerten.

Trotz einer recht kalten und feuchten Nacht harrte das Publikum bis zum Ende aus und bejubelte verdient die Künstler für die Gestaltung eines beeindruckenden Abends. Man kann sich auf eine Fortsetzung dieses Festivals Anfang September 2022 freuen.

—| IOCO Kritik donauBühne Tulln |—

 


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