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Hamburg, Staatsoper Hamburg, Spielplan 2014/15 – Ballett Weltstandard – Führung im Umbruch, IOCO Aktuell, 02.05.2014

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Redaktion
05. May 2014
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Staatsoper Hamburg

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann
Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Auslastung: Ballett 93%; Oper 80%

Perspektiven  im Nebel

Die Hamburgische Staatsoper ist mit 1670 Plätzen nach München und Berlin drittgrößtes Musiktheater Deutschlands und eines der ältesten Musiktheater Deutschlands. Vor über 300 Jahren, am 2. Januar 1678, wurde es mit dem Namen Opern-Theatrum als erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet. 364.000 Zuschauer besuchten Hamburgs bedeutendste Kulturinstitution im letzten Jahr.  €65,5 Mio beträgt der Etat der Staatsoper, davon €50 Mio Zuschüsse durch Zuschüsse von Stadt und Land. Die Gesamt – Auslastung der Staatsoper beträgt 85%. Das HAMBURG BALLETT und John Neumeier bestätigten ihren Weltstandard mit 93% Auslastung.  Auffällig dagegen die mit 80% erneut deutlich schwächere Auslastung des Musiktheater unter Intendantin Simone Young. Die fetten Opern-Jahre, zuletzt von Rolf Liebermann und Christoph von Dohnányi geprägt,  endeten an der  Staatsoper spätestens in 2005.  Nichts deutet an, dass sich 2014/15 oder später wesentliches ändert. Der Ruf der Staatsoper Hamburg ist Ballett-getrieben.

Staatsoper Hamburg / Young, Meierjohann, Neumeier 2014 © IOCO
Staatsoper Hamburg / Young, Meierjohann, Neumeier 2014 © IOCO

Simone Young präsentierte im April den Spielplan 2014/15 der Staatsoper Hamburg; ihr letzter  Spielplan als Staatsoper – Intendantin. 2015 werden ihre Nachfolger installiert: Georges Delnon als neuer Intendant und Kent Nagano als neuer GMD. Zwar betonte Young mutig, in ihrer letzten Spielzeit „keine Retrospektive zu machen, nach vorne schauen zu wollen“. Doch der Spielplan 2014/15 der Staatsoper zeigt weder Retrospektive noch Perspektiven; er bietet – dem hohen Budget angemessen – gutes Musiktheater. Vermisst wurde ein Versprechen, die Auslastung auf 90% steigern zu wollen. Unverständlich, dass Hamburgs Kulturchefin und großen Geldgeberin, Barbara Kisseler diese zentrale Pressekonferenz ihrer bedeutenden Staatsoper nicht durch persönliche Ansprache und Visionen aufhellte, Zweifel linderte oder Leitungskompetenz vermittelte.

Simone Young versprach, mit den Themen „Vollendung“ und „Wiedersehen“ ihre Intendanz im Hamburg zu beschließen. Details siehe IOCO-Film, oben. Vier Premieren und breites Repertoiretheater zeigen einen vielfältigen Musiktheater – Spielplan:

1.  Die schöne Helena von Jacques Offenbach
o Premiere 20. September 2014,
o Inszenierung Renaud Doucet, Dirigent Gerrit Prießnitz
  2. Luisa Miller von Giuseppe Verdi
o Premiere am 16. November 2014
o Inszenierung Andreas Homoki, Dirigent Simone Young
3.  La Fanciulla del West von Giacomo Puccini
o Premiere 1. Februar 2015
o Inszenierung Vincent Boussard, Dirigent Carlo Montanaro
o Minnie ist Weltstar Emily Magee
  4. Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold
o Premiere 22. März 2015
o Inszenierung Karoline Gruber; Dirigent Simone Young
o Paul ist Klaus Florian Vogt

Ausklingen lässt  Simone Young ihre Hamburger Intendanz am 10. Mai 2015 mit der Uraufführung von „la bianca notte / die helle Nacht“, einem Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper, komponiert von Beat Furrer, einem der angesehensten zeitgenössischen Komponisten. Furrer überführt in seinem Werk Dino Campanas Dichtungen über die geistige Freiheit eines Künstlers in ein musiktheatralisches Gewebe von großer Ausdrucksdichte.

Hamburger Rathaus © IOCO
Hamburger Rathaus © IOCO

Weitere musikalische Höhepunkte der Spiel 2014/15 werden zwei konzertante Oratorien von Arthur Honeggers Jeanne d`Arc au bucher (Johanna auf dem Scheiterhaufen) in der Laeiszhalle, Termin: 19. + 22. Oktober 2014.
Nach Zwerg Nase in 2013 wird es am 8. Februar 2015 wieder eine Uraufführung und zahlreiche 16 Vorstellungen einer Kinderoper in der Opera stabile geben: Die Hamburger Sindbadauken. Handlung: Drei Hamburger Kinder fahren zur See. Doch was Lilli, Lotte und Kalle unterwegs erleben, ist mehr „als ein Kinderzimmer fassen und ein Floß tragen kann“. Hamburger Kinder und Jugendliche spielen darin Piraten, die Zauberin Kirke Wohlgeruch und Menschenfresser.

Gedenkplatte Victor Ullmann vor der Staatsoper © IOCO
Gedenkplatte Victor Ullmann vor der Staatsoper © IOCO

Mit 25 Wiederaufnahmen und Repertoireopern bietet die Staatsoper 2014/15 reiches Musiktheater: Simon Boccanegra von Giuseppe Verdi, auch in Hamburg mit Alt-Star Placido Domingo als Simon, 7. Und 10. Juni 2015;  Jenufa von Leos Janacek mit Deborah Polaski als Küsterin und Karita Mattila als Jenufa, ab 16. Oktober 2014; Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc ab 22. Februar 2015; AIDA von Giuseppe Verdi mit herausragender Besetzung: Johan Botha / Roberto Alagna als Radames, ab 25. September 2014; Salome von Richard Strauss mit Hellen Kwon als Salome, ab 1. Oktober 2014;  Carmen von Georges Bizet ab 9. Oktober 2014; Almira von Georg Friedrich Händel ab 21. Oktober 2014 Dietrich Henschel als Jochanaan, ab 1. Oktober 2014; Tannhäuser von Richard Wagner mit Lance Ryan als Tannhäuser und Deborah Voigt als Elisabeth / Venus, ab 21. Dezember 2014; Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, 5 Dezember Vorstellungen ab 8. 12. 2014. Aber auch: Von Gioacchino Rossini den Barbier von Sevilla und La Cenerentola; Das schlaue Füchslein von Leos Janacek, Figaros Hochzeit von Wolfgang A. Mozart; Elektra, Liebestrank…….

John Neumeier und sein weltbekanntes HAMBURG BALLETT nehmen an der Staatsoper eine prägende Sonderstellung ein: 1/3 aller Vorstellungen der Staatsoper sind Ballettabende. Den Spielplan 2014/15 widmet Neumeier der Romantik. Nachdem er vor Jahren La Sylphide in Erinnerung gebracht hat, präsentiert er in seiner ersten Premiere, 7. Dezember 2014, August Bournovilles bekanntestes Meisterwerk, das romantische Ballett Napoli oder der Fischer und seine Braut. Die zweite Premiere, 28. Juni 2015, zeigt Neumeiers 1989 uraufgeführtes Ballett Peer Gynt. Neumeier spricht trotzdem bewusst von einer Premiere, da er überzeugt ist, im Abstand der Zeiten manche Linien der Choreographie klarer, neuer gestaltet zu haben. Zum schönsten und wichtigsten Ballett der Romantik zählt John Neumeier das Stück Giselle, dessen Wiederaufnahme am 21. September 2014 sein wird. Die Winterreise mit der Musik Franz Schuberts, kehrt ab 29. März 2015 zurück auf den Spielplan der Staatsoper. Zahlreiche weitere Tanz-Produktionen auf dem Spielplan der Staatsoper der dokumentieren die Ausnahmestellung des HAMBURG BALLETTS: Tatjana nach Alexander Puschkin, ab 11. November 2014; Der Nussknacker ab 23. Dezember 2014; Weihnachtsoratorium, Musik von Johann Sebastian Bach, ab 25. Dezember 2014; Liliom nach Ferenc Molnar ab 22. Januar 2015; Die kleine Meerjungfrau; Der Messias von Georg Friedrich Händel, Romeo und Julia und mehr.

John Neumeier, das HAMBURG BALLETT formen mit großartigen Ballett- und Tanzproduktionen den Weltruf der Staatsoper; auch 2014/15 werden sie Garant  extrem hoher Auslastung sein. Das Musiktheater bietet einen reichen Spielplan mit bekannten Sängern. Und doch werden Verve und Schwung eines Hauptstadt – Musiktheaters  vermisst; niedrige 80%ige Auslastung ist sichtbares Symptom des Mangels. Hamburgs Kultursenatorin Kisseler hätte fehlende Perspektiven aufbrechen, Visionen vermitteln müssen, doch von  ihr vernahm man nur Schweigen.

IOCO / Viktor Jarosch / 01.05.2014

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